Natura 2000-Nr. 
 

DE-5109-301
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Das Naafbachtal


Fläche: 924 ha
Ort(e): Overath, Lohmar, Much, Neunkirchen-Seelscheid
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis
Kurzcharakterisierung: Das Naafbachtal nordöstlich von Lohmar und südlich von Overath im Bergischen Land ist ein vielfältig strukturiertes, naturnahes Bachtalsystem mit Feuchtgrünlandflächen in der Aue, bachbegleitenden Erlen-Auenwäldern und Erlen-Ufergehölzen sowie ausgedehnten Buchenwäldern an den Talhängen. Die Talaue wird überwiegend als Grünland genutzt. Nasswiesen mit Quellfluren, binsenreiche Feuchtweiden, brachgefallenes Nassgrünland mit Hochstaudenfluren, Großseggenriede und Waldsimsensümpfe sowie an trockenen Hängen primelreiche Mähwiesen und artenreiche, magere Weiden bilden ein abwechslungsreiches Grünland-Mosaik. Der naturnah mäandierende Naafbach wird von Ufer-Hochstauden, kleinflächig auch von Rohrglanzgras-Röhricht sowie von Erlen-Eschenwald begleitet. In der Aue wurden vereinzelt Teiche angelegt, von denen einige verlandet sind, andere extensiv genutzt werden, so dass Uferröhrichte ausgeprägt sind, einige aber auch intensiv bewirtschaftet werden. An den teilweise steilen Hängen nehmen neben den Buchenwäldern, Eichen-Hainbuchenwälder, die häufig aus Niederwäldern hervorgegangen sind, den größten Flächenanteil ein. Zusätzlich sind kleinflächige Birken-Eichenwälder, Eichenwälder mit beigemischter Kiefer, Fichtenwälder u.a. anzutreffen. In den Hangwäldern entspringen zahlreiche, überwiegend ebenfalls naturnah ausgebildete, z.T. tief eingekerbte Seitenbäche des Naafbaches.
Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH-Richtlinie: Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder (91E0, Prioritärer Lebensraum)
Fließgewässer mit Unterwasservegetation (3260)
Feuchte Hochstaudenfluren (6430)
Glatthafer- und Wiesenknopf-Silgenwiesen (6510)
Hainsimsen-Buchenwald (9110)
Stieleichen-Hainbuchenwald (9160)

 

Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- oder Vogelschutzrichtlinie:
Groppe
Eisvogel
Neuntöter
Grauspecht
Bachneunauge
Schwarzspecht
Rotmilan
Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus? Das Naafbachtal beherbergt für den Naturraum Bergisches Land repräsentative Bestände der Hainsimsen-Buchenwälder und Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder. Landesweit bedeutsame Bestände des bachbegleitenden Erlen-Eschenwaldes sowie Mähwiesen und Weiden, die zumTeil extensiv genutzt werden, unterstreichen die Bedeutung dieses ausgedehnten Talabschnittes für die Erhaltung der genannten Lebensräume. Dieses Vegetationsmosaik zusammen mit dem naturnahen Talbereich bietet außerdem verschiedenen seltenen Vogelarten der Vogelschutzrichtlinie gute Lebensmöglichkeiten. Der naturnahe Bach ist Lebensraum für die Groppe und das Bachneunauge sowie Besatzbach im Rahmen des Wiedereinbürgerungsprogrammes für den Lachs.
Großflächig sind im Gebiet extensiv genutzte, binsenreiche Feuchtgrünlandflächen mit Seggenrieden, Quellbereichen und Waldsimsensümpfen vorhanden. In Nassbrachen und an Nebenbächen sind zusätzlich Mädesüß-Hochstaudenfluren entwickelt. Örtlich treten an den steilen Hängen Silikatfelsen hervor.
Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen? Die Erhaltung und Optimierung des naturnahen Bachtalkomplexes mit extensiver Grünlandnutzung und naturnaher Waldbewirtschaftung muss im Vordergrund der Schutzbemühungen stehen, um die charakteristischen Tier- und Pflanzenarten in geeigneten Lebensraum zu erhalten. In diesem Rahmen ist eine Umwandlung der Nadelforste in Buchenwälder zur weiteren Aufwertung des Gebietes anzustreben. Die Fischteichnutzung in der Talaue sollte aufgehoben und die Teiche renaturiert bzw. zur Gewährleistung einer natürlichen Fließdynamik des Naafbaches zurückgebaut werden. Eine Förderung und Erhaltung naturnaher Fließgewässerstrukturen zusammen mit einer entsprechenden Wasserqualität zur Sicherung der Fischpopulationen der FFH-Anhang II - Arten ist von grundlegender Bedeutung.
Dem Gebiet kommt im Rahmen des Biotopverbundes eine zentrale Funktion im Flußnetz des Bergischen Landes zu.
 


Das schreibt der General-Anzeiger über das Naafbachtal

 

 

 

 

 

 
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