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Von den vier in Mitteleuropa verkommenden Braunfröschen ist der Grasfrosch der am weitesten verbreitete und häufigste. Bis zu 10 cm Körperlänge erreicht ein ausgewachsener Grasfrosch, manchmal sogar noch mehr. Durch ihr braunschwarzes Schläfendreieck lassen sich Braunfrösche schon auf den ersten Blick von Wasserfröschen unterscheiden. Nie sind Grasfrösche überwiegend grün, braune Farbtöne herrschen bei ihnen vor und ihre Grundfärbung lässt sich im Allgemeinen einem mehr gelblichen und einem mehr bräunlichem Grundtyp zuordnen.

 

Über die ganze Körperoberseite erstrecken sich unregelmäßige, unterschiedlich große Flecken. Die helle Unterseite ist beim Weibchen gefleckt, beim Männchen meist einfarbig. Sehr stark entwickelt sind die Hinterbeine des Grasfrosches. Bis zu 1 m weit können Grasfrösche springen und mit kräftigen Stößen der Hinterbeine können sie auch im Wasser gut schwimmen und tauchen.

 

Der Grasfrosch laicht als erste einheimische Amphibienart in der Ebene bereits im Februar oder März, in den Alpen aber erst im Juni. Zur Paarungszeit entwickeln die Männchen am ganzen Körper einen leicht graublauen Anflug, der an der Kehle besonders intensiv ist. Außerdem erkennt man die Männchen auch an den kräftigen Vorderbeinen und den schwarzen Brunftschwielen am ersten Finger. Die laichbereiten Weibchen sind oft sehr dick und deutlich größer als die Männchen und haben an den Körperseiten eine klar erkennbare körnige Haut. Im Vergleich zu anderen Amphibienarten ist die Laichzeit beim Grasfrosch besonders kurz. In großen Gesellschaften legen die Frösche in ein bis drei Nächten ihre Laichballen zu Hunderten dicht gedrängt auf kleinem Raum ab. Der Laich besteht aus bis zu 4000 einzelnen Eiern, die in Klumpen ausgestoßen werden und zu Boden sinken. Am Boden quillt der Laich zu einer gallertartigen Masse auf. Dann steigen die Klumpen zur Wasseroberfläche auf und finden zwischen Wasserpflanzen und Schilf einen festen Halt. Nach drei bis vier Wochen schlüpfen die kleinen Kaulquappen aus den Eiern.

                                  

Vermutlich haben Sonnenscheindauer, Regen und andere Wetterbedingungen schon zwei Monate vor der wirklichen Laichzeit einen Einfluss auf die erste Laichablage und sorgen für die Abstimmung und das so genau eingehaltene Treffen am Gewässer. Nach dem Ablaichen, wenn die erwachsenen Tiere wieder ihr Landleben aufnehmen, bildet sich der bläuliche Farbton der Männchen und die körnige Haut der Weibchen wieder zurück. Im Juni wandeln sich die Kaulquappen aus dem Märzlaich zu etwa eineinhalb Zentimeter großen Fröschchen um und verlassen manchmal in solchen Massen gleichzeitig die Laichgewässer, dass der Volksmund von einem -Froschregen- spricht. Die kleinen Fröschchen verteilen sich in der Umgebung und führen wie ihre Eltern ein einzelgängerisches Nachtleben in Wäldern, Wiesen und anderen feuchteren Lebensräumen. An ihre Umwelt stellen Grasfrösche nur geringe Ansprüche und man findet sie auch in Gärten und Parks.

Wenn Grasfrösche mit drei Jahren die Geschlechtsreife erreicht haben, haben sie eine recht hohe Lebenserwartung. 43 % leben noch ein Jahr, 32 % noch zwei Jahre und 14 % noch drei Jahre und nach insgesamt fünf Jahren ist fast die gesamte Erwachsenengesellschaft ausgewechselt. In Gefangenschaft können einzelne Grasfrösche sogar noch älter als 8 Jahre werden. Viele natürliche Feinde stellen den Grasfröschen nach. Sie werden von der Ringelnatter gejagt und von Fuchs, Igel und Marder ebenso gefressen wie von Reihern, Störchen und Eulen. Auch die Krötenschmeißfliege fordert unter den Fröschen ihren Tribut. Ganz junge Frösche werden sogar von Singvögeln wie der Amsel und dem Rotkehlchen aufgesammelt und verzehrt.

Etwa Anfang November suchen die Frösche ihre Winterquartiere auf. Das können frostsichere Erdlöcher sein, doch der größte Teil der Frösche überwintert im Schlamm von Gewässern, die mindestens eine Tiefe von 60 cm haben.

 

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